Montag, 25. April 2011

Tour de Sumava

Meine erste Radtour in diesem Jahr und auch bisher schönste aller Touren machte ich diesen Ostersonntag von Oberösterreich nach Tschechien.


 
Start war der Ort Hörleinsödt im Mühlviertel, an der Grenze zu Tschechien. 2,5 km gings auf einem neu asphaltierten Weg, der Autos (bis auf Holzarbeitertraktoren) verboten ist bis nach Pasecna, einer kleinen Kolchose in Tschechien, südlich des Moldaustausees und ziemlich abgetrennt vom restlichen Tschechien.

Start der Tour am Grenzübergang in Hörleinsödt


Die ersten 2,5 km sind neu asphaltiert

Pasecna, eine kleine Kolchose - hier muss man links abbiegen


Von dort werden die Wege dann etwas rauher, denn man fährt nun durch ein Gebiet das ehemals von Deutschen bzw. Österreichern besiedelt war, welche 1946 vertrieben wurden. Die Ortschaften wurden dem Verfall preisgegeben oder die Gebäude gesprengt, und auch die Wege verwitterten. So fährt man von Pasecna ca. 9 km auf teils sehr groben Asphaltresten, Schotterstraßen und Erdwegen. Wunderbar wenn man mit einem alten Fahrrad fährt und auch spüren will wie es wohl auch früher zu fahren war...

Die alten und ungepflegten Wege ab Pasecna, abenteuerlich zu befahren :)



Teilweise findet man noch Reste des ehemaligen Asphalts

Mein Tourenrad, ein Safety gebaut ca 1895, hielt bestens alle Strapazen durch.


Man kommt vorbei an vielen kleinen Gedenkstätten an frühere Orte oder Häuser, im ehemaligen Deutsch Reichenau findet man auch noch Reste des Friedhofs und der Kirchmauern... hier standen einst über 50 Häuser und der Ort war einer der größten in diesem abgelegenen Gebiet. Eine alte Salz-Handelsstraße führte hier auch, von Haslach in Österreich kommend durch.

Alte Ansicht der ehemaligen Ortschaft Deutsch Reichenau

Spuren der Zeit


Die Reste des Friedhofs von Deutsch Reichenau





Weiter gehts, vorbei an blühenden Kirschbäumen - Spuren der einstigen Bevölkerung - bis man eine Kreuzung im Wald erreicht, bei der man sich rechts halten muss will man zum Moldaustausee gelangen - und der war mein Ziel. Hier an der Kreuzung findet man die Reste des Schwarzenbergschen Schwemmkanals, einem künstlich angelegten Wasserkanal, errichtet im 18. Jahrhundert. Holz aus dem Böhmerald wurde über den Kanal in die Große Mühl und weiter in die Donau befördert.

Blick Richtung Österreich

Zwischendurch bessere Wege, schöne Alleen


Am Schwarzenbergschen Schwemmkanal


Ab hier werden die Wege komfortabler, alte, sehr glatte und gut befahrbare Asphaltstraßen führen nun bis zum Stausee. Außer 2 Motorrädern und einem Auto kam mir nie ein motorisiertes Fahrzeug entgegen, höchstens ein paar Fischer sind hier mit dem Auto unterwegs, sonst nur Radfahrer und Wanderer.

Es hat mir schon eine gehörige Portion Mut abverlangt hier ungebremst hinunter zu rollen :)


Da man ja ständig im Naturschutzpark Böhmerwald unterwegs ist gibts hier immer einiges zu sehen, Schlangen, Frösche, eine Menge Vögel und viele verschiedene Pflanzen kann man während der Fahrt entdecken.

Eine giftige Kreuzotter, besser nicht hingreifen

Am besten man lässt die Bewohner alle in Frieden


Den Moldau Stausee erreicht man dann nach ca. 15 km Fahrt, der See ist rießig und sehr ruhig, das ganze Gebiet erinnert mich an Kanada oder Sibirien - zumindest stell ichs mir so vor :)

Hier bin ich noch bis zur Anlegestelle der Fähre geradelt, mit welcher man nach Dolni Vltavice übersetzen kann, aber da am Himmel schon einige dunkle Wolken zu sehen waren und man auch schon den Donner entfernter Gewitter hören konnte machte ich mich wieder auf den Rückweg.


Kleine Brücke über einen Arm des Moldaustausees - hier fahren so gut wie keine Autos, fast überall ist Fahrverbot

Fähren-Anlegestelle nach Dolni Vltavice

Blick über den See Richtung Osten


Generell ist zu sagen dass es meist leicht bergauf und bergab geht, ziemlich angenehm und mit einem alten Eingang-Rad zu schaffen ist. Bei steileren Anstiegen bin ich einfach abgestiegen und habe geschoben, bei längeren Abfahrten stieg dafür mein Adrenalinspiegel ziemlich stark an - immerhin hat mein Safety, Baujahr ca 1895 keine Bremsen und man wird ganz schön schnell.

Das sollten die Reifen vertragen - und manchmal noch etwas mehr...

Die ganze Tour betrug an die 35 km, ich fuhr sie in fast genau 4 Stunden, würde aber das nächste Mal eher 5 Stunden und mehr Pausen einplanen. Und das nächste Mal kommt bestimmt.

Link zum Nationalpark Sumava (Böhmerwald): http://www.sumava.com/index.php?l=en

Und hier noch ein mehr Bilder...


Pause in der Au



Das Gewitter im Nacken


Dienstag, 12. April 2011

BICYCLE GADGETS #8 - cyclists cup

The cyclists cup is a very nice and handy object of utility. Made of nickeled tin and foldable it has room in almost every cyclists bag. It was used by many cyclists in the 1890ties and later, this one is stamped with 1894, made in the USA. The image of a female and male cyclist on a tandem is very nice and in a top condition.

When all is said and done it looks better to use a cup than drink straight out of the bottle.




A familiar cup, without decoration.

Sonntag, 10. April 2011

Bicyclisten-Tintenfass

Ein sehr schönes Stück Zeitgeschichte der großen Fahrradzeit fand den Weg in meine Sammlung: Ein "Schreibzeug" für Bicyclisten. 2 Tintenfässer mit Deckel werden von einem dahinterstehenden Fahrradfahrer der sich elegant an sein Niederrad lehnt, mitsamt Balkonbrüstung verziert. Das ganz ist wohl versilbert und dürfte aus der Zeit rund um 1900 stammen. Laut Auskunft eines Freundes ist es ein österreichisches Produkt.

Jetzt brauch ich noch die passende Fahrradfahrer-Feder dazu.





Hier mal eine Abbildung aus dem Stukenbrok Katalog, ähnliches Stück: