Sonntag, 4. Oktober 2015

Fallende Blätter am Langbathsee

"Für luftbereifte Fahrräder" - stand als Zusatz auf der Einladung zur Hannes Denzels Ausfahrt "Fallende Blätter". Ich musste kurz überlegen ob ich mir so etwas "bequemes" genehmige, wo ich doch eher von der luftlosen Fraktion bin ;) Aber bei den Langbathseen war ich schon vor vielen Jahren mal, und weils damals so schön war musste ich dann doch nur sehr kurz überlegen...

An die 35 Fahrer waren gekommen, bei eher schlechten Wetteraussichten, umso schöner eigentlich - echte Radfahrer lassen sich halt von schlechtem Wetter nicht abhalten. Die meisten waren auch passend gekleidet - passend zu den Rädern, nicht zum Wetter. Was sich dann auch auszahlte, pünktlich zum Start hörte es auf zu regnen :)

Es ging nun auf grobem Schotter vom vorderen See zum hinteren, vermutlich 4-5 Kilometer, zwischendurch mal ein wenig bergauf. Sehr schöne Strecke durch das Naturschutzgebiet, kein Verkehr, nur Wanderer am Wegesrand. Beim hinteren Langbathsee gabs dann eine Pause und sogar die Sonne ließ sich ein wenig Blicken. Einige, wie auch wir, umrundeten den See, der fast so schön kitschig ist wie der Bluntausee :)

Dann gings wieder zurück und das schlechte Wetter kam auch wieder hinten nach. Danke an Hannes für die schöne Ausfahrt.







Freitag, 18. September 2015

Fahrradtreffen Golling / Salzburg

Ein schöner Samstag wars, in Golling bei Salzburg. Wer noch nie da war - Golling ist ein Markt mit ca. 4.000 Einwohnern und klassischen Markthäusern, wie man sie aus alten Heimatfilmen oder Tourismusprospekten kennt. Ziemlich ungewöhnlich für uns Oststeirer ;)

Bei bestem Wetter waren an die 60 Teilnehmer mit ihren alten Rädern im passenden Outfit gekommen. Zuerst gabs eine Führung durch die aktuelle Ausstellung "KOMMT ZEIT – KOMMT RAD", in der einige schöne Exponate zu sehen sind, wie zum Beispiel zwei Singer Hochräder, eine originale Laufmaschine, schönes Bildmaterial zum Gollinger und Salzburger Radfahrer Club (der übrigens der erste in Österreich war) und natürlich Räder von Puch, Styria und Steyr.

Nach einer kurzen Pause gings los zur Ausfahrt ins traumhafte, fast schon kitschige Bluntautal. Wir (mein Sohn und ich) waren mit unserern Tricycles "Coventry Rotary" und "Starley Bros Salvo" dabei. Wir fuhren zum ersten Mal mit zwei Dreirädern zusammen aus, etwas mehr logistischer Aufwand, der es aber sicher wert war.

Das Fahrradpicknick fand dieses Jahr am Anfang des Tals statt, da der Platz am See schon von anderen besetzt war. Wir ließen es uns dennoch nicht nehmen und fuhren über Schotterwege durch den Wald die paar Kilometer zum See. Die dünnen Vollgummireifen der Tricycles sind sicher nicht optimal für grobe Schotterwege, wenn man dementsprechend langsam fährt gehts aber nicht so schlecht.

Der See selbst ist traumhaft schön. Gelegen an den Felswänden, umgeben von Wald und Wiesen kann man die Forellen im türkisen, extrem klaren Wasser beobachten. Wir fuhren einmal um den See, nicht ohne beim Fest des lokalen Fischervereins zu stoppen um eine geräuchtere Forelle zu essen.

Dann gings wieder zurück nach Golling - dort war mittlerweile die Hauptstraße durch den Ort gesperrt worden. Einem interessierten Publikum wurden nun alle teilnehmenden Räder vorgeführt...  ich bin zwar nicht der Typ für Paraden, aber es war dennoch ganz lustig. Gerald, der auf eigener Achse mit seinem Hochrad angereist war, gab noch ein paar Kunststücke auf seinem Rad zum Besten. Zum Abschluss gabs noch ein Bigband-Konzert im Hof der Burg Golling, im Dunkeln verpackten wir dann unsere Räder wieder und fuhren heim.

Und wenns nicht das letzte Treffen in Golling war kommen wir sicher wieder.
Danke an Wilfried und Wilfried.




















Sonntag, 28. Juni 2015

The Olivette, ca. 1898

Die Olive Wheel Company in Syracuse, USA, wurde 1897 gegründet und existierte bis 1901. Syracuse, New York, war in den späten 1890er Jahren sozusagen die "Nabe" der Fahrradproduktion, mehr als 500 Fahrräder verließen jeden Tag die Produktionsstätten der verschiedenen Betriebe, die in Syracuse angesiedelt waren. Zu denen zählten z.B. die Stearns & Company, Barnes Cycle oder Syracuse Cycle Company. Und eben auch die Olive Wheel Company.



Diese Jahre waren schon stark geprägt von der kommenden Krise der Fahrradbranche, zuviele Hersteller kämpften um zu wenig Käufer, Preise sanken rapide und viele Firmen verschwanden ebenso rasch wie sie gekommen waren. 1899 wurde von August Pope (Columbia bicycles) und 42 weiteren Produzenten die A.B.C. (American bicycle company, auch bekannt als "the trust") gegründet und innerhalb weniger Jahre viele weitere Firmen dieser Cooperation einverleibt.

Von der Olive Wheel Comany ist bekannt, dass F.W. Gridley ihr President im Jahr 1897 war und dass sie 1897 gerade ein neues Geschäftslokal in Syracuse eröffnet hatten. Dieses war sehr selbstbewusst innen und außen in olivegrünen Farbtönen gehalten, inklusive der kompletten Einrichtung. Im Verkaufsbereich befand sich vom einen zum anderen Ende ein Regal mit allen Fahrradmodellen, die die Olive Wheel Company damals produzierte. Dazu gehörten unter anderem das Herrenfahrrad "Olive", das Damenfahrrad "Olivette", ein Modell namens "Enterprise" (vielleicht ein Transportrad) und das Tandemmodell "Olive Wheel".



Das vorgestellte Damenrad "Olivette" ist ein klassisches, amerikanisches Fahrrad der Jahrhundertwende, ausgestattet mit Holzfelgen, Holzkettenschutz und Holzkotblechen. Der originale Lack ist erstaunlich gut erhalten, auch die vernickelten Teile sind in sehr gutem Zustand. Die vermutlich originale starre Nabe wurde getauscht gegen eine New Departure Nabe mit Freilauf und Rücktritt.

1899 bekam die Olive Wheel Company den Auftrag zur Lieferung von 1.000 Fahrrädern nach Copenhagen. Da dieses Damenrad aus Schweden kommt, stammt es vermutlich aus dieser Lieferung.

1901 verkündete die Olive Wheel Company dass für das Jahr 1902 als neues Produkt ein Automobil geplant war... dazu kam es wohl nie.